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Karl von Müller wurde am 16. Juni 1873 in Hannover geboren; er starb am 11. März 1923 in Braunschweig.

Eintritt in die Kaiserliche Marine am 10. April 1891

Auf der EMDEN
Karl von Müller war vom 29. Mai 1913 bis zum 9. November 1914 Kommandant der SMS EMDEN

Allgemeines (bis 9. November 1914):
Marineschule Kiel (11. April 1891 bis 17. April 1891)
Praktische Bordausbildung Schulschiff SMS STOSCH (18. April 1891 bis 20. September 1891)
Marineschule Kiel (21. September 1891 bis 31. März 1892)
Schulschiff SMS GNEISENAU, ostamerikanische Station (11. April 1892 bis März 1893)
- mit an Bord Leutnant z.S Wilhelm Souchon (später Befehlshaber der Mittelmeerdivision)

Marineschule Kiel (1. April 1893 bis 31. März 1894)
Spezialkurse in Torpedo-, Artillerie- und Infanteriewesen (1. April 1894 bis 30. September 1894)
Zugführerkursus Artillerie-Schulschiff SMS MARS, Inspektion der Marineartillerie (1. Oktober 1894 bis 24. November 1894)
Signaloffizier auf den Panzerschiffen SMS BADEN und SMS SACHSEN, Kommando der II. Division des Manövergeschwaders (25. November 1894 bis 17. September 1895)
Wachoffizier Schulschiff SMS MOLTKE, Mittelmeerstation, Schiffe auf auswärtigen Stationen (September 1895 bis 30. März 1896)
Wachoffizier Kleiner Kreuzer SMS GEFION, Marinestation Ostsee (1. April 1896 bis 30. September 1896)
Wachoffizier Torpedoschulschiff SMS BLÜCHER, Inspektion des Torpedowesens (1. Oktober 1896 bis 30. März 1897)
Wachoffizier Flottenaviso SMS BLITZ (1. April 1897 bis 30. September 1897)
Wachoffizier Küstenpanzerschiff SMS AEGIR, I. Stammschiff, Reservedivision Ostsee (1. Oktober 1897 bis Januar 1898)
Minenkurs Küstenpanzerschiff SMS HAGEN (Januar 1898 bis ??.1898)
Torpedokurs Schulschiff SMS BLÜCHER, Inspektion des Torpedowesens (??.1898 bis 6. April 1898)
April 1898: nach Ostafrika kommandiert
Ausreise mit ?? über Port Said und Sansibar (Mai/Juni 1898)
Kleiner Kreuzers SMS SCHWALBE, ostafrikanische Station, Schiffe auf auswärtigen Stationen (Juni 1898 bis März 1900)
- Stationsdienst in Ostafrika, Einsätze vor Südafrika (Burenkrieg)

Heimkehr mit ?? (??.1900)
Kompanieoffizier I. Matrosendivision, I. Marineinspektion Kiel, Marinestation Ostsee (April 1900 bis März 1901)
-zusammen mit Oblt. z.S. Erich Raeder (später Oberbefehlshaber der Reichs-/Kriegsmarine)

Adjutant I. Matrosendivision, I. Marineinspektion, Marinestation der Ostsee (1. April 1901 bis September/Oktober 1902)
Zweiter Artillerieoffizier Linienschiff SMS KAISER WILHELM II, I. Geschwader, Uebungsflotte (6. November 1902 bis 30. September 1903)
- Flaggschiff von Adm. Prinz Heinrich von Preußen

1. Admiralstabsausbildung (I. CÖTUS) an der Marineakademie, Kiel (1. Oktober 1903 bis 30. Juni 1904)
-zusammen mit Kaptl. Karl von Schönberg (später Kommandant SMS NÜRNBERG) und Erich Raeder

z.Vfg. aktive Schlachtflotte (1. Juli 1904 bis 30. September 1904)
- in dieser Zeit Zweiter Navigationsoffizier Linienschiff SMS KAISER FRIEDRICH III, I. Geschwader, aktive Schlachtflotte

2. Admiralstabsausbildung (II. CÖTUS) an der Marineakademie, Kiel (1. Oktober 1904 bis 30. Juni 1905)
z.Vfg. I. Marineinspektion, Kiel (Juli 1905 bis 29. September 1905)
- zusammen mit Karl von Schönberg und Erich Raeder

Artillerieoffizier Linienschiff SMS KAISER WILHELM DER GROSSE, I. Geschwader, aktive Schlachtflotte (30. September 1905 bis 30. September 1906)
Admiralstabsoffizier SMS DEUTSCHLAND, Flaggschiff der Hochseeflotte (1. Oktober 1906 bis September 1909)
- damaliger Chef: Adm. Prinz Heinrich von Preußen

Personal-, später militärische Zentralabteilung (M), Reichsmarineamt, Berlin (September 1909 bis Dezember 1912)
Dez. 1912: nach Ostasien als künftiger Kommandant des Kleinen Kreuzer SMS EMDEN kommandiert
Ausreise mit dem NDL- Dampfer KÖNIGIN LUISE von Bremerhaven (über Algier, Port Said und Colombo) nach Tsingtau (15. April 1913 bis 29.Mai 1913)
Kommandant Kleiner Kreuzer SMS EMDEN, Kreuzergeschwader (29. Mai 1913 bis 9. November 1914)
- 27. August 1913: Angriff auf Rebellenfort am Jangtsekiang bei Nanking (chinesischen Revolution). Anerkennung von Müllers beim Kreuzergeschwader und der Kaiserlichen Marine (Königlicher Kronenorden 3. Klasse mit Schwertern) sowie in der internationalen Presse.
- 19. Juli 1914: von Müller läßt als ältester anwesender Seeoffizier Kriegsvorbereitungen in Tsingtau treffen
- August 1914: Auslaufen aus Tsingtau, erste Beute, Zusammenkunft des Geschwaders bei Pagan, zum Kreuzerkrieg entlassen
- Sept./Okt. 1914: Kaperfahrt im Indischen Ozean, Operationen gegen Madras und Penang. Von Müller verhielt sich den Besatzungen der gekaperten Schiffe gegenüber stets ritterlich.
- 9. November 1914: Gefecht mit dem australischen Kreuzer HMAS SYDNEY bei den Kokosinseln. Karl von Müller blieb unverletzt.

Allgemeines (nach dem 9. November 1914):
Am 10. November 1914 verließ von Müller als Letzter das Wrack seines Schiffes. Die HMAS SYDNEY brachte ihn und seine Männer zunächst nach Colombo/Sri Lanka. Im Dezember 1914 wurde er mit dem Transporter ORVIETO nach Port Said (Ägypten) und von dort mit dem Panzerkreuzer HMS HAMPSHIRE nach Malta gebracht. Von Müller und seine Offiziere kamen in das Fort Verdala.

Gefangenschaft im Fort Verdala auf der Insel Malta (4. Dezember 1914 bis 8. Oktober 1916)
Mit dem Linienschiff HMS LONDON nach Plymouth gebracht (8. Oktober 1916 bis 16. Oktober 1916)
Arrest in Plymouth (16. Oktober bis 18. Oktober 1916)
Gefangenschaft im Lager Kegworth, Leicester (18. Oktober 1916 bis 12. Januar 1918)
- Nach einem vergeblichen Ausbruch (September 1917) im November 1917 zu 56 Tagen verschärften Arrest verurteilt
- Wegen seines Gesundheitszustandes über das Internationale Rote Kreuz zur Internierung nach Rotterdam abgeschoben

In Rotterdam interniert (13. Januar 1918 bis 23. September 1918)

Abteilungschef im Allgemeinen Marinedepartment des Reichsmarineamtes (September 1918 bis November 1918)

Am 11. Januar 1919 auf eigenen Wunsch verabschiedet

Karl von Müller zog sich in seine Heimatstadt Blankenburg (Harz) zurück. Er trat der Deutschnationalen Volkspartei bei und wurde Abgeordneter im Braunschweigischen Landtag. Trotz einer fiebrigen Erkältung fuhr er im Februar 1923 zu einer wichtigen Landtagssitzung nach Braunschweig. Hier starb er am 11. März 1922 an den Folgen einer Lungen- und Rippenfellentzündung. Karl von Müller wurde auf dem Friedhof von Blankenburg (Harz) beigesetzt.

Beförderungen
Kadett (11. April 1891)*
Seekadett (11. April 1892)**
Unterleutnant zur See (20. September 1894)***
Leutnant zur See (12. April 1897)****

Kapitänleutnant (28. März 1903)
Korvettenkapitän (Dezember 1908)
Fregattenkapitän (12. März 1914)
Kapitän zur See (1. Oktober 1918)

* am 17. April 1899 durch den Dienstgrad Seekadett ersetzt
** am 17. April 1899 durch den Dienstgrad Fähnrich zur See ersetzt
*** am 31. Dezember 1898 in Leutnant zur See umbenannt
**** am 31. Dezember 1898 in Oberleutnant zur See umbenannt

Auszeichnungen
Roter Adlerorden IV. Klasse (1906) mit Krone (1909)
Sächsischer Orden (April 1912)
Kronenorden III. Klasse mit Schwertern (September 1913)
Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse (31. Oktober 1914)
Preußisches Dienstauszeichnungskreuz
Pour le Mérite (19. März 1918)
Bayerischer Militärverdienstorden III. Klasse mit Schwertern
Friedrich-August-Kreuz II. und I. Klasse

Beurteilungen:
1909:
Fleißiger, tüchtiger, gründlicher Mitarbeiter. Sehr gute artilleristische und taktische Kenntnisse. Hat an der Entwicklung der Schießausbildung in der Flotte in hervorragender Weise mitgearbeitet. Kann Offz. Korps leiten. KAdm. Lans

1910:
v. Müller RMA. lt Kapt. z. See von Schrader ein gewandter Arbeiter, mit schneller Auffassungsgabe, einem vornehmen Charakter sowie sympathischem Wesen - seit 1. Mai in der Zentralabteilung. Hat das günstige Urteil bestätigt. Seine hervorragenden Charakter- und sehr guten geistigen Eigenschaften lassen ihn besonderer Beachtung würdig erscheinen. Seebohm

1911:
v. Müller RMA. Gut begabt, schnelle Auffassung, gutes Urteil, sehr fleißig, gründlich, taktvoll, bescheiden. Gute Kenntnis fremder Marinen. Besonders artilleristische Stellungen zu vollster Zufriedenheit ausgeführt. Besonders wertvoller und angenehmer Mitarbeiter. Für Kommandantenstellung geeignet. gez. Schulz.

1912: v. Müller Dezernent im RMA (Zentralamt). Stellung in hervorragender Weise ausgefüllt. Für Kommandantenstellung besonders geeignet. gez. Hopmann. Erstklassiger, unbedingt zuverlässiger Offizier. Künftigen Vorgesetzten warm empfohlen. v. Tirpitz [Mit Bleistift am Rande:] Für Fr. 1913 zum Kommandant Emden ernannt.

1. Dezember 1913: v. Müller Kdt. Emden. Gut veranlagt, von schneller Auffassungsgabe, tatkräftig, entschlußfähig. Hat Schiff sehr gut geführt und bei einem Angriff seitens des mit chinesischen Rebellen besetzten Forts bei Pillar entschlossen und mit vollem Erfolg gehandelt. Führte Verhandlungen mit chinesischen Behörden wegen Genugtuung erfolgreich durch. Z.B g. (zur Beförderung geeignet) gez. Graf von Spee.